Aktien kaufen: Wie es geht, Kosten & Voraussetzungen

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Aktien kaufen: Wie es geht, Kosten & Voraussetzungen

Um Aktien zu kaufen, benötigst du ein Wertpapierdepot. Einige Banken bieten ein kostenloses Depot an, während andere Anbieter Gebühren für die Depotführung verlangen. Die meisten Depotkonten werden online geführt. Dadurch kannst du jederzeit Aktien kaufen und verkaufen. Gewinne aus dem Aktienhandel kannst du durch Dividenden und durch Kursgewinne erzielen. Die Rendite der Geldanlage wird durch Bankgebühren, Orderprovisionen, Börsengebühren und Steuern gemindert.

Aktien als Geldanlage

Experten empfehlen ein ausgewogenes Portfolio, um Geld anzulegen und langfristig ein Vermögen aufzubauen. Neben den klassischen Anlageformen, wie Sparbuch oder Tagesgeldkonto, gehört für viele Anleger dazu auch eine Investition in Aktien. Mit dem Kauf von Aktien wirst du Anteilseigner an einem Unternehmen. Kaufst du Aktien von Adidas, gehört dir ein kleiner Anteil an dem Konzern. Wenn die Geschäfte gut für Adidas laufen und viele Menschen die Turnschuhe, Sneakers und Sportswear mit den drei Streifen kaufen, profitierst du als Aktionär ebenfalls davon. Der Kurs der Adidas-Aktie steigt und das Unternehmen zahlt einmal im Jahr eine Dividende an die Aktionäre aus.

Es kann aber auch vorkommen, dass du Aktien von einer Firma kaufst, deren Geschäfte nicht so gut laufen. Wenn bekannt wird, dass das Unternehmen Verluste hinnehmen muss, sinkt der Aktienkurs. Außerdem kann die Hauptversammlung beschließen, nur eine kleine oder gar keine Dividende an die Investoren auszuzahlen. Viele Anleger kaufen daher Aktien von mehreren Gesellschaften, damit mögliche Verluste eines Unternehmens durch die Gewinne der anderen Firmen ausgeglichen werden. Erfahrene Investoren sprechen von einem gut sortierten Portfolio, wenn sich in einem Depot die Aktien verschiedener Unternehmen aus unterschiedlichen Branchen befinden.

So funktioniert ein Wertpapierdepot

Ein Wertpapierdepot ist ein Bankkonto, das nicht für den täglichen Zahlungsverkehr gedacht ist. Auf dem Konto werden ausschließlich Wertpapierkäufe und -verkäufe verbucht. Folgende Wertpapiere können sich in einem Depot befinden:

  • Aktien
  • Anleihen
  • Fondsanteile
  • Exchange Traded Funds (ETFs)
  • Zertifikate
  • Optionsscheine

Die Ausgabe effektiver Stücke, also gedruckte Wertpapiere mit Mantel, Bogen und Zinscoupon oder Dividendenschein, ist nicht mehr üblich. Daher verwahren nur noch wenige Anleger ihre Wertpapiere zu Hause oder im Tresor. In der Regel werden die Papiere an einer zentralen Stelle, der Girosammelverwahrung, aufbewahrt. Jeder Aktienkäufer erhält einen Miteigentumsanteil am Sammelbestand. Dadurch verringern sich die Kosten für den Wertpapierhandel, wodurch die Rendite der Anleger steigt.

Wenn du das Depotkonto im Onlinebanking deiner Bank aufrufst, wird dir der Tageswert aller Wertpapiere, die sich in dem Depot befinden, angezeigt. Dieser Wert entspricht aber nicht dem Verkaufserlös, wenn du die Papiere verkaufst. Das liegt daran, dass der Verkauf zu dem Kurs abgewickelt wird, der zum Zeitpunkt der Orderausführung aktuell ist. Die Bestandsanzeige hingegen erfolgt häufig zu einem Durchschnittskurs, den die Bank festlegt.

Wenn du den Handel mit Aktien erst einmal üben möchtest, kannst du nach einem Anbieter suchen, der ein kostenloses Musterdepot zur Verfügung stellt. Du erhältst ein virtuelles Guthaben und kannst ohne Risiko den Aktienhandel kennenlernen.

Wie kaufe und verkaufe ich Aktien?

Da du Aktien online kaufen und verkaufen kannst, ist der Handel von zu Hause oder unterwegs möglich. Als Handelsplätze stehen dir zwei Möglichkeiten zur Verfügung:

  • Börse
  • Direkthandel

An einer Wertpapierbörse können Anleger Aktien kaufen und verkaufen. In zahlreichen Ländern gibt es Wertpapierbörsen, darunter auch acht Handelsplätze in Deutschland:

  1. Börse Frankfurt: größter deutscher Handelsplatz, auch als Leitbörse bezeichnet
  2. Xetra: elektronischer Börsenhandel der Frankfurter Wertpapierbörse
  3. Börse Stuttgart: zweitgrößte Börse in Deutschland mit Terminbörse EUWAX zum Handel mit Zertifikaten
  4. Börsen AG (BÖAG): Zusammenschluss der Börsen Hamburg und Hannover
  5. Börse Düsseldorf: hauptsächlich Handel mit Aktien von Unternehmen aus Nordrhein-Westfalen
  6. Börse München: vor allem Handel mit Aktien Münchener DAX-Unternehmen
  7. Börse Berlin: Schwerpunkt Handel mit ausländischen Aktien
  8. Tradegate Exchange Berlin: elektronisches Handelssystem für die Orderausführung von privaten Anlegern

Weltweit gehören die Börsen in Frankfurt, New York, London, Chicago, Tokio und Schanghai zu den bedeutendsten Handelsplätzen für Wertpapiere. Der Handel an einer Börse wird staatlich überwacht und die Kurse bilden sich durch Angebot und Nachfrage. Wenn es mehr Nachfrage nach einer Aktie gibt, als Papiere zum Verkauf angeboten werden, steigt der Preis.

Wenn du Aktien kaufst oder verkaufst, musst du deine Order nicht unbedingt an einer Börse platzieren. Einige Banken und Wertpapierhandelshäuser, wie die Commerzbank AG oder die Handelshäuser Lang & Schwarz oder Tradegate, bieten den Direkthandel mit Aktien und anderen Wertpapieren an.

Beim Direkthandel ist die Überwachung nicht so streng wie beim Börsenhandel. Das jeweilige Handelshaus legt die Preise für Ankauf oder Verkauf der Papiere selbst fest. Außerdem kommt es in der Regel nicht zu Teilausführungen einer Order. Häufig ist der Direkthandel die günstigere Variante für Privatanleger. Das liegt an der schnellen und kompletten Ausführung der Order und an den meist niedrigeren Gebühren.

Was kostet der Handel mit Aktien?

Bei jedem Kauf und Verkauf von Aktien fallen Kosten an. Diese setzen sich wie folgt zusammen:

  • Orderprovision der Bank: entweder als Pauschale oder als Prozentsatz vom Ordervolumen
  • Börsenplatzentgelt: Gebühr der Börse für die Nutzung des Handelsplatzes
  • Maklercourtage: Gebühr der Börsenmakler für die Platzierung der Order an der Börse
  • Depotentgelt: einige Banken verlangen eine Kontoführungsgebühr für das Depot

Durch die Gebühren verringert sich der Gewinn, den ein Anleger aus dem Handel mit Aktien erzielt. Dazu ein Beispiel für einen Direkthandel, bei dem die Bank lediglich die Orderprovision in Rechnung stellt:

  • Händler A kauft 100 Aktien der Lufthansa AG zum Kurs von 14,90 Euro. Für den Kauf berechnet die Bank eine Orderprovision von 0,5 % des Kurswertes. Bei einem Kurswert von 1.490,00 Euro (100 Aktien x 14,90 Euro) werden also 7,45 Euro Orderprovision berechnet.
  • Nach einigen Monaten verkauft Händler A die 100 Lufthansa-Aktien zu einem Kurs von 15,82 Euro. Der Kurswert des Verkaufs beträgt 100 x 15,82 Euro = 1.582,00 Euro. Für den Verkauf muss der Händler 7,91 Euro Orderprovision zahlen (0,5 % von 1.582,00 Euro).
  • Der Händler hat einen Gewinn von 92,00 Euro erzielt (1.582,00 Euro abzüg1ich 1.490,00 Euro). Der Gewinn mindert sich um die Orderprovision von insgesamt 15,36 Euro (7,45 Euro für den Kauf plus 7,91 Euro für den Verkauf). Somit beträgt der Gewinn nach Abzug der Gebühren nur noch 76,64 Euro.

Aktien kaufen für Einsteiger

Wenn du mit Aktien handeln möchtest, musst du zuerst ein Depot bei einer Bank eröffnen. Um Kosten zu sparen, solltest du nach einem Depot ohne Kontoführungsgebühren suchen. Außerdem solltest du auf günstige Orderprovisionen achten. Wenn du dich zum Kauf einer Aktie entschieden hast, musst du den Namen der Aktiengesellschaft oder die deutsche Wertpapierkennnummer (WKN) beziehungsweise die internationale Wertpapierkennnummer (ISIN) in die Ordermaske eingeben. Danach gibst du ein, welche Stückzahl du kaufen möchtest. Außerdem wählst du den gewünschten Handelsplatz aus.

Bevor du den Kauf endgültig abschließt, informiert dich die Bank, welche Gebühren für die Transaktion anfallen. Wenn du zustimmst, wird die Kauforder ausgeführt. Die Bank bucht die gekauften Aktien in dein Depotkonto und belastet das mit dem Depot verbundene Referenzkonto mit dem Kaufpreis und den Gebühren. Bei dem Referenzkonto handelt es sich in der Regel um dein Girokonto. Das Konto kann gegebenenfalls auch bei einer anderen Bank als der Depotbank geführt werden.