Der Nervenkitzel der Dividenden: Steuern im Fokus

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Das wichtigste in Kürze


Welcher Prozentsatz und welche zusätzlichen Steuern werden auf Dividenden erhoben?
Dividenden werden mit der Kapitalertragsteuer von 25%, zuzüglich Solidaritätszuschlag und gegebenenfalls Kirchensteuer versteuert. Mehr dazu hier…

Bis zu welchem Betrag sind Dividenden durch den Sparer-Pauschbetrag steuerfrei?                                                                                                                  Bis zu 801 Euro für Alleinstehende und 1.602 Euro für Verheiratete an Dividenden sind pro Jahr durch den Sparer-Pauschbetrag steuerfrei. Weiteres dazu hier…

Werden Dividendenausschüttungen an das Finanzamt kommuniziert?                  Ja, Dividenden werden automatisch durch die Bank oder den Broker an das Finanzamt gemeldet. Ausführlicher dazu hier…


Wenn Du in Aktien investierst, investierst Du in Unternehmen, und eine mögliche Belohnung für diese Investition ist die Ausschüttung einer Dividende. Dividenden sind Dein Anteil am Gewinn eines Unternehmens, basierend auf der Anzahl der Aktien, die Du besitzt. Das klingt doch ganz gut, oder? Aber halt! Bevor Du Deine Dividende bekommst, schnappt sich der Staat einen Teil davon. Dieser Teil nennt sich Dividendensteuer. Sie kann je nach Wohnort und persönlicher Situation sehr unterschiedlich ausfallen.

Berechnung der Dividendensteuer

Ein tiefer Blick in die Welt der Dividenden: Wie die Steuern auf Dividenden berechnet werden.

Zunächst ist es wichtig zu verstehen, dass Dividenden in Deutschland grundsätzlich steuerpflichtig sind. Die auf Dividenden erhobene Steuer wird Kapitalertragsteuer genannt. Sie beträgt pauschal 25 Prozent. Auf die Kapitalertragsteuer wird jedoch noch der Solidaritätszuschlag in Höhe von 5,5 % erhoben. Und als ob das noch nicht genug wäre, kann auch noch Kirchensteuer anfallen, wenn Du Mitglied einer Kirche bist. Die Höhe der Kirchensteuer liegt je nach Bundesland zwischen 8% und 9%. Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Gesamtsteuerbelastung von Dividenden je nach individueller Situation zwischen 26,375 % und 27,825 % liegt.

Der Sparer-Pauschbetrag und steuerfreie Dividenden

Nicht alle Dividenden, die Du erhältst, müssen sofort versteuert werden. Es gibt nämlich den sogenannten Sparer-Pauschbetrag. Dieser beträgt für Alleinstehende 801 Euro pro Jahr und für zusammenveranlagte Ehepaare 1.602 Euro pro Jahr. Bis zu diesen Beträgen sind Dividenden und andere Kapitalerträge steuerfrei. Was das genau bedeutet? Ganz einfach: Wer im Jahr 1.000 Euro Dividenden erhält und sonst keine weiteren Kapitalerträge hat, muss als Alleinstehender nur die 199 Euro über dem Sparer-Pauschbetrag versteuern. Als zusammen veranlagtes Ehepaar müsstest Du in diesem Fall gar keine Steuern zahlen, da Deine Dividenden nicht über dem Sparer-Pauschbetrag liegen.

Fakt: 60% der Dividenden aus Aktien von real estate investment trusts (REITs) sind in Deutschland steuerfrei.

Automatische Meldung von Dividenden an das Finanzamt

Sobald Du Dividenden erhältst, werden diese automatisch von Deiner Bank oder Deinem Broker an das Finanzamt gemeldet. Das nennt man Kapitalertragsteuerabzug oder auch Abgeltungsteuer. Das bedeutet, dass die Steuer auf Deine Dividenden sofort einbehalten und an das Finanzamt abgeführt wird. Du musst Dich also nicht selbst darum kümmern, Deine Dividenden in Deiner Steuererklärung anzugeben. Allerdings kann es sein, dass Du die Dividenden trotzdem in Deiner Steuererklärung angeben musst, zum Beispiel wenn Du Deinen Sparer-Pauschbetrag noch nicht ausgeschöpft hast. In diesem Fall kannst Du eventuell zu viel gezahlte Steuern zurückfordern. Es lohnt sich also, die Dividenden und die darauf gezahlten Steuern im Auge zu behalten.

Berechnung der Dividendensteuer: Was bleibt Dir?

Sparer-Pauschbetrag: Der geheime Schlüssel zur steuerfreien Dividende.

Die Berechnung der Dividendensteuer ist ein zentraler Faktor, um zu verstehen, wie viel von Deinen Dividendeneinnahmen letztendlich in Deinem Geldbeutel landet. Grundsätzlich beträgt die Kapitalertragsteuer in Deutschland pauschal 25 Prozent auf Dividenden. Das ist aber nur die halbe Wahrheit.

Denn hinzu kommt noch der Solidaritätszuschlag, der 5,5 Prozent der Kapitalertragsteuer ausmacht. Wenn Du Mitglied einer anerkannten Kirche bist, fällt außerdem noch Kirchensteuer an. Diese beträgt je nach Bundesland zwischen 8% und 9% der Kapitalertragsteuer. Insgesamt ergibt sich also eine erhebliche Steuerbelastung, die je nach individueller Situation zwischen 26,375% und 27,825% liegen kann.

Hinweis: Beachte, dass bei Dividenden aus ausländischen Aktien möglicherweise eine Quellensteuer anfällt.

Es gibt aber auch eine gute Nachricht: den Sparer-Pauschbetrag. Dieser beträgt für Alleinstehende 801 Euro und für Verheiratete, die zusammen veranlagt werden, 1.602 Euro pro Jahr. Bis zu diesem Betrag sind Dividenden und andere Kapitalerträge steuerfrei. Verdienst Du als Alleinstehender also beispielsweise 800 Euro im Jahr aus Dividenden, bleibt dieser Betrag für Dich steuerfrei. Erst wenn Du diese Grenze überschreitest, wird die oben erwähnte Kapitalertragssteuer fällig.

Wie viel von Deinen Dividenden am Ende übrig bleibt, hängt also von verschiedenen Faktoren ab: Deinem individuellen Steuersatz, dem Sparer-Pauschbetrag und natürlich der Höhe der Dividenden selbst.

Dividendenstrategie: Die steuerlichen Aspekte der Wiederanlage

Die Dividendenstrategie ist eine der gängigsten Methoden der langfristigen Geldanlage. Sie konzentriert sich auf Unternehmen, die regelmäßig Dividenden ausschütten. Diese Dividenden werden dann reinvestiert, um weitere Aktien des Unternehmens zu kaufen. Auf diese Weise kann der Wert des Aktienportfolios durch den Zinseszinseffekt über die Jahre exponentiell wachsen. Diese Strategie eignet sich daher besonders für langfristig orientierte Anleger.

Doch wie wirkt sich die Dividendensteuer auf diese Strategie aus? Zunächst ist festzuhalten, dass jede ausgeschüttete Dividende, die den Sparerpauschbetrag übersteigt, der Kapitalertragsteuer unterliegt. Das heißt, von jeder Dividende, die man wieder anlegt, geht ein Teil an den Fiskus.

Aber auch hier gibt es einen Lichtblick. Wenn Du Deine Dividende wieder anlegst, erhöht sich der Kaufpreis Deiner Aktien. Dieser erhöhte Kaufpreis wird dann bei einem späteren Verkauf Deiner Aktien als Anschaffungskosten berücksichtigt, was zu einer niedrigeren Kapitalertragsteuer führt. Dieser Mechanismus ist als Teileinkünfteverfahren bekannt und kann dazu beitragen, die Steuerlast auf Dividenden zu verringern.

Wichtig ist auch, dass nicht alle Länder eine Quellensteuer auf Dividenden erheben. Es gibt zum Beispiel Länder wie das Vereinigte Königreich und Hongkong, die keine Quellensteuer auf Dividenden erheben. Wenn man also in Unternehmen aus diesen Ländern investiert, kann man die Quellensteuer vermeiden.

Doppelbesteuerung vermeiden: Das Doppelbesteuerungsabkommen

Doppelbesteuerungsabkommen: Ein Bollwerk gegen die doppelte Besteuerung von Dividenden.

Das Thema Doppelbesteuerung ist vor allem dann wichtig, wenn Du in Aktien von Unternehmen investierst, die ihren Sitz außerhalb Deutschlands haben. Im schlimmsten Fall müsstest Du sonst sowohl im Ausland als auch in Deutschland Steuern auf Deine Dividenden zahlen.

Um das zu verhindern, hat Deutschland mit vielen Ländern sogenannte Doppelbesteuerungsabkommen geschlossen. Diese Abkommen regeln, dass Dividenden nur in einem der beiden Länder versteuert werden müssen. Je nach Abkommen kann es aber Unterschiede geben, in welchem Land die Dividenden besteuert werden und wie hoch die Steuer ist.

So kann es sein, dass die Quellensteuer, also die Steuer, die im Land des Unternehmens auf die Dividende erhoben wird, niedriger ist als die deutsche Kapitalertragsteuer. In diesem Fall ist in Deutschland die Differenz zwischen der ausländischen Quellensteuer und der deutschen Kapitalertragsteuer zu zahlen.

Umgekehrt kann es auch sein, dass die Quellensteuer höher ist als die deutsche Kapitalertragsteuer. In diesem Fall kannst Du Dir die zu viel gezahlte Steuer in Deutschland anrechnen oder erstatten lassen.

Die Vermeidung der Doppelbesteuerung ist ein komplexes Thema, das sich je nach Land der Gesellschaft und Deiner individuellen Situation unterschiedlich auswirken kann. Es lohnt sich daher, sich vorab gut zu informieren und gegebenenfalls einen Steuerberater hinzuzuziehen.

Die steuerliche Behandlung von Dividenden verstehen

Die Besteuerung von Dividenden ist ein wichtiger Aspekt der Aktienanlage, der oft übersehen wird. Aber wenn Du Dich mit den Grundlagen vertraut machst, kannst Du besser planen und vielleicht sogar Steuern sparen. Und obwohl Steuern vielleicht nicht das spannendste Thema sind, können sie einen großen Einfluss auf Deine langfristige Anlagestrategie haben. Mach Dich schlau und lass Dein Geld für Dich arbeiten!

Quellen: